Neben dem "normalen" Förderunterricht bietet die Erich Kästner-Schule zur Zeit folgende sonderpädagogischen Fördermaßnahmen an:
Wahrnehmung wird als zentrales Erfahrungsfeld für die Förderung von Lernvoraussetzungen angesehen und darüber hinaus als grundlegend für die gesamte Persönlichkeitsentwicklung. Veränderte Lebensbedingungen engen die Erfahrungsspielräume der Kinder ein. Ein großer Anteil der Schülerschaft einer Schule für Lernbehinderte wächst in einer sinnesfeindlichen Umwelt auf, wo sich sinnliche Wahrnehmung vorwiegend auf das Sehen und Hören reduziert. Alle Sinnesorgane brauchen Anregungen, um zu funktionieren.
Zerstörerisches Verhalten gegenüber der Umwelt, Beziehungslosigkeit und Gewalttätigkeit gegen Mitmenschen treten eher bei wahrnehmungsgestörten Menschen auf als bei Schülern mit einer sensiblen Wahrnehmung.
Wahrnehmungsförderung ist ohne Freude und Motivation nicht sinnvoll. Die Schüler sollen Spaß daran finden, ihre Sinne zu üben, zu prüfen, zu erproben. Nachdem die Grundlage für eine ganzheitliche Wahrnehmungsförderung (Sensorische Integration) geschaffen wurde, könnten darauf aufbauend im weiteren Verlauf spezifischere, die jeweiligen Sinnesmodalitäten ansprechenden Übungen durchgeführt werden.
Das Ziel ist nicht das Trainieren bestimmter Techniken. Auch bei einer scheinbar eindeutigen Beeinträchtigung eines Sinnesbereichs ist es nicht sinnvoll, sich in der Förderung nur auf dieses Sinnessystem zu konzentrieren.
Übergeordnetes Ziel ist es, durch eine umfassende Bewegungsförderung auf die Gesamtpersönlichkeitsentwicklung der Kinder Einfluss zu nehmen, damit sie befähigt und unterstützt werden, sich handelnd mit sich selbst und ihrer dinglichen und sozialen Umwelt auseinanderzusetzen. Diese steht unter dem Anspruch einer ganzheitlichen Vorgehensweise, d. h. die Kinder sollen über Bewegung zeitgleich möglichst in allen Wahrnehmungsbereichen angesprochen werden.
Der Förderaufbau berücksichtigt die wesentlichen motorischen Basiskompetenzen (Gelenkigkeit, Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Gleichgewicht), gleichermaßen bedeutsam sind die mit ihnen verknüpften sensorischen Basalkompetenzen der auditiven, visuellen und taktil-kinästhetischen Wahrnehmung. Um die Handlungsfähigkeit zu stärken und auszubauen, sollen die Teilfähigkeiten Ich-, Sach-, und Sozialkompetenz durch reichhaltige Körper-, Material- und Sozialerfahrung gefördert werden.
Der Sportförderunterricht ist gedacht für Schüler mit Haltungs-,Organleistungs- und Koordinationsschwächen. Diese psycho-physischen Einschränkungen sollen im Sportförderunterricht abgebaut werden. Erfolge können sich auf die geistig-seelische und soziale Entwicklung der Kinder auswirken.
Im Sportförderunterricht werden motorische Fähigkeiten geschult und Fertigkeiten erlernt und geübt. Hemmungen sollen hierbei abgebaut und Bewegungshandlungen damit zunehmend ermöglicht werden. Das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit soll durch eine verstärkt individuell ausgerichtete Betreuung gesteigert werden. In den Unterricht werden möglichst alle Formen des Sportunterrichtes miteinbezogen.
Pro Schüler ist eine Therapieeinheit von 20 - 30 Minuten vorgesehen, die teilweise einzeln oder in Kleigruppen (bis maximal 3 Schüler) stattfindet.
Dyslalie- und Dysgrammatiktherapie sollten auf Grund der häufig recht unterschiedlich ausgestalteten Sprachprobleme in Einzeltherapiesitzungen durchgeführt werden.