Die Erich Kästner-Schule als Mitglied im buddY- Landesprogramm NRW

 

                

buddY E.V.

 

Grundlegende  Aufgabe jeder Schule ist die Vermittlung von Wissen und von basalen Kompetenzen. Mit diesen Faktoren untrennbar verbunden ist die Erziehung zu einem lebenstüchtigen, selbstständigen und sozial verantwortlich agierenden Menschen, der befähigt wird sein Leben eigenverantwortlich selbst in die Hand zu nehmen.

Seit dem Schuljahr 2010/2011 ist die Erich Kästner Schule KFS - Kompetenzzentrum für sonderpädagogischen Förderung und hat damit einen wesentlichen Schritt auf dem Weg zur inklusiven Beschulung getan. Inklusive Bildung bedeutet die bewusste Installation von heterogenen Lerngruppe, gemeinsames Lernen und insbesondere die individuelle Förderung eines jeden Kindes. Hierfür sind Unterrichtskonzepte notwendig, die allen Schülern gerecht werden. Die Qualitätsziele und pädagogischen Ansätze des buddY- Programms wie Peergroup Education, lebensweltorientiertes Lernen, Partizipation und Förderung der Selbstwirksamkeit können hier eine wesentliche Grundlage sein. Das buddY- Programm kann als Ansatz zur  Schul- und Unterrichtsentwicklung und als systematischer Beitrag zur individuellen Förderung eingeführt werden.

Das buddY Motto: Aufeinander achten. Füreinander da sein. Miteinander lernen. finden sich auch in den Leitzielen und Inhalten des Schulprogramms der EKS wieder.

Im Schulprogramm der Erich Kästner-Schule ist beispielsweise die Gesundheitserziehung verankert. Dazu gehören insbesondere die Gestaltung und Erhaltung eines attraktiven, die Gesundheit und das Wohlbefinden fördernden Lebensraumes Schule. Umwelterziehung, Ernährung, Bewegung, Sucht-, Aids- und Gewaltprävention bilden neben anderem ein breites,  Fächer übergreifendes Feld, das sich auch zu anderen Institutionen und Schulen öffnet und mit diesen zusammenarbeitet. Ein großer Teil der Jugendlichen an der Erich Kästner Schule hat  erhebliche Defizite in der sozial-emotionalen Entwicklung. Viele neigen zu aggressivem, gewaltbereiten Verhalten. Verstärkt wird dies, wenn durch Migrationshintergrund zu diesen Defiziten noch andere Wertvorstellungen und Orientierungslosigkeit hinzukommen. Aber  auch die Situation der größtenteils sozial schwachen  Familien birgt eine Menge stress auslösende Risikofaktoren,  die sich auch auf die Schule auswirken.

Die SchülerInnen  der Erich Kästner-Schule leben teilweise in unvollständigen und belasteten Familienstrukturen, wo wenig Raum und Zeit, als auch das Vermögen bestehen die Jungendlichen bei der Aneignung einer selbst- und mitverantwortlichen Identität zu unterstützen. Der zum Teil kulturell bedingte Sozialisationshintergrund bestimmt die Denk-, Gefühls- und Handlungsmuster und angewendeten Konfliktlösungsstrategien. Kompetentes Bewältigen von Konflikten setzt Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit voraus, die sich erlernen und trainieren lässt. So findet zur Förderung der sozialen Kompetenzen im 6. Jahrgang einmal wöchentlich ein Konflikt- und Kommunikationstraining statt und eine Fortsetzung und  Festigung des Erlernten in den folgenden Jahrgängen.

Die EKS ist seit 2004 Mitglied im Gesundheitsnetzwerk NRW (BuG) und hat in diesem Rahmen schon einige besondere Projekte durchgeführt.

Zudem hat die Erich Kästner Schule bereits viele Projekte, in denen SchülerInnen Verantwortung für sich und andere übernehmen. So gibt es seit 2004  Streitschlichter. Die SV bietet ein Pausenkiosk und ein SchülerInnen Cafe in den Pausen und SchülerInnen  übernehmen die Spielmaterialausgabe auf dem Außengelände. Auch Teile des Außengeländes werden von SchülerInnen, Eltern und Lehrerinnen gestaltet. Es gibt unterschiedlichste Kooperationen mit außerschulischen Partnern, wie Polizei, Jugendhilfe, das Umweltzentrum Heerser Mühle, eine Tanzschule, ein Reiterhof und das AKE

Das buddY- Programm bietet die Möglichkeit diese vorhandenen Aktivitäten und Projekte zu bündeln und damit alle schulischen Akteure an einen Tisch zu holen und die ganze Schule am Prozess zu beteiligen. Zur Unterstützung der Schulentwicklung bietet uns buddY e.V. das Aufbautraining für Pädagogen und Schulleitung. Im Training zum buddY-Coach  haben die Pädagogen die Chance Handlungsmöglichkeiten zu erweitern und neue Formen der Gestaltung von Unterricht und Schulkultur kennenzulernen. Hinzu kommt die Unterstützung beim Aufbau von Praxisprojekten durch die Moderatoren des Trainings. Ein Netzwerk der buddY- Schulen ermöglicht einen hilfreichen und kreativen Austausch. Die Teilhabe der SchülerInnen lässt sich mit dem buddY-Programm institutionalisieren.

Eine Teilnahme am buddY- Programm kann entscheidend dazu beitragen im Inklusionsprozess positive Umgangs-, Lehr- und Lernkultur an der Erich Kästner Schule weiterzuentwickeln und das soziale Klima nachhaltig zu stärken.

So hat sich die Erich Kästner-Schule mit Zustimmung der Schulkonferez im September/Oktober 2011 für eine Teilnahme am buddY Landesprogramm  NRW beworben und ist im November 2011 ausgewählt und in das Programm aufgenommen worden. Von Juni 2012 bis Juni2013 eine Lehrerin und die Schulsozialarbeiterin an einem Training teil und wurden zu buddY-Coaches ausgebildet.. Im Rahmen des Trainings wurden sie bei der Weiterentwicklung bzw. Einführung spezifischer Praxisprojekte für ihre Schule begleitet. In diesen Projekten übernehmen Schüler als handelde Personen Verantwortung und Beteiligen sich damit aktiv an der Gestaltung von Schule. Auf diese Weise können sie ihr Selbstvertrauen und ihre Eigenständigkeit steigern und das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten stärken.

Die buddY- Coaches hatten sich zunächst dafür entschieden eine neue Streitschlichterausbildung anzubieten und den Klassenrat im Jahrgang 9 einzufführen. Inzwischen gibt es 13 aktive Streitschlichter, die sich jeden Montag in der Mittagspause treffen, und den wöchentlichen Klassenrat in zwei neunten Klassen. Die buddY- Coaches tauschen sich bei Netzerktreffen regelmäßig mit anderen buddY- Schulen des Regierungsbezirks Detmold aus und werden von einem Prozessmoderator betreut. Angestrebt wird weitere bereits bestehende Projekte der Erich  Kästner-Schule in das buddY-Programm zu integrieren und eine bessere Identifikation der SchülerInnen durch  einheitliche buddY- Kennzeichen, beispielsweise T-Shirts