http://www.trab-ev.de/flyerbild4.gifKonzept

Das Heilpädagogische Reiten und Voltigieren

an der Erich Kästner- Schule

 

Das Heilpädagogische Reiten und Voltigieren an der Erich Kästner- Schule findet seit Mai 2005 statt. Es wird von einer Lehrerin der Schule mit entsprechender Zusatzausbildung auf dem Reiterhof „Silberranch“ in Bad Salzuflen durchgeführt.

 

Das Heilpädagogische Voltigieren richtet sich an Schüler der Unterstufe. An einer Voltigiergruppe nehmen sechs Schüler teil. Neben der Pferdepflege, der Vor- und Nachbereitung der Reithalle (Materialien aufstellen und wegräumen) werden Turnübungen und Gruppenspiele auf mit und neben dem Pferd  durchgeführt. Das Heilpädagogische Voltigieren ist in den Vormittagsunterricht integriert.

 

Das heilpädagogische Reiten richtet sich an Schüler der Mittel- und Oberstufe. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Erlernen des selbständigen Reitens und des selbständigen Umgangs mit dem Pferd. Zum Ende des jeweiligen Schuljahres werden die Motivationsreitabzeichen „Kleines Hufeisen“ und „Steckenpferd“ abgenommen. Das Heilpädagogische Reiten findet im Bereich des Nachmittagsunterrichtes statt.

 

Die Schüler werden mit einem Großraumtaxi in Begleitung der durchführenden Lehrkraft zur Silberranch gefahren. Die Eltern zahlen pro Halbjahr einen Unkostenbeitrag von 25 €. Die übrigen anfallenden Kosten werden von Sponsoren übernommen.

 

 

 

Warum Heilpädagogisches Reiten?

 

Das Schülerklientel der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen weist einen erhöhten Förderbedarf in verschiedenen Entwicklungsbereichen auf. Durch das Angebot „Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren“ erhalten die Schüler die Chance einer ganzheitlichen Förderung.

 

Förderung der Sozialkompetenz:

-          Die Schüler lernen Verantwortung zu übernehmen, indem sie das Pferd putzen, pflegen und versorgen, die Bedürfnisse des Pferdes wahrnehmen und auf sie eingehen.

-          Die Schüler lernen Hilfe anzunehmen und anzubieten. Immer zwei Schüler betreuen gemeinsam ein Pferd. Sie unterstützen sich gegenseitig beim Aufsteigen, beim Führen, beim Putzen sowie beim Satteln und Trensen.

-          Aggressive Handlungen werden abgebaut, da sie als erfolglos kennen gelernt werden. Das Pferd erschrickt oder verweigert seine Mitarbeit, wenn sich der Mensch aggressiv verhält.

Förderung der emotionalen Kompetenz:

-          Die Schüler lernen Ängste zu überwinden und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Immer wieder müssen Anforderungen, die Ängste hervorrufen, gemeistert werden. Solche Anforderungen sind: ein Pferd anfassen, es putzen, es führen, sich darauf setzen, in allen Gangarten auf dem Pferd sitzen, das Pferd selbständig lenken usw.

-          Die Schüler bauen Vertrauen zum Pferd auf und können dieses später auf zwischenmenschliche Beziehungen übertragen.

-          Durch Erfolge wird Selbstbewusstsein aufgebaut.

 

 

Förderung der Kognition:

-          Die Schüler schulen ihre Merkfähigkeit, indem sie sich verschiedene Fachausdrücke merken, wie z.B. Bezeichnungen für Pflegeutensilien, Körperteile des Pferdes, Bahnfiguren usw.

-          Die Schüler werden in ihrer Konzentrationsfähigkeit gefördert. Konzentriert sich der Reiter auf sein Pferd, so arbeitet dieses in der Regel gut und bereitwillig mit.

 

Förderung der Motorik und Sensorik:

-           Das HPR und HPV trägt zu einer positiven Bewegungserfahrung bei. Bewegungsscheue Schüler werden zur Bewegung motiviert, hyperaktive Kinder durch das Gleichmaß an Bewegung beruhigt.

-          Die Schüler erhalten beim Reiten und Voltigieren die Möglichkeit das Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung zu erfahren.

-          Das Gleichgewicht wird geschult.

-          Das Heilpädagogische Reiten trägt zum Erhalt bzw. Aufbau von Bewegungsfreude bei.

-          Durch die vielfältigen Sinneseindrücke werden zudem die oftmals beeinträchtigten Sinnesfunktionen geschult.

 

Förderung eines positiven Lernverhaltens:

-          Die Schüler erweitern ihre Frustrationstoleranz und erhöhen ihr Durchhaltevermögen. Immer wieder werden die Schüler beim Reiten und Voltigieren vor Aufgaben gestellt, die nicht auf Anhieb gelingen. Durch konsequentes Bemühen werden aber immer wieder sehr deutlich Erfolge erlangt. Dadurch entwickelt sich im Laufe der Zeit eine erhöhte Lern- und Leistungsmotivation.

-          Durch die Vorbereitung auf die Motivationsreitabzeichen entwickeln die Schüler die Bereitschaft sich Wissen anzueignen und selbständig zu lernen.  Es entwickelt sich ein gesunder Ehrgeiz.