Konzept der Leistungsbeurteilung

 

Jede Schülerin und jeder Schüler hat Anspruch auf Anerkennung des individuellen Lernfortschritts. Die Beobachtung, Feststellung und Bewertung der Lernergebnisse erfüllen für sie die Funktion der Bestätigung und Ermutigung sowie die Möglichkeit zur Selbsteinschätzung und Lernkorrektur.

 

Die Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen führt die Schüler und Schülerinnen  entsprechend ihren Fähigkeiten schrittweise an eine angemessene Einschätzung ihrer Leistungsfähigkeit heran. Entsprechend der Persönlichkeitsentwicklung der Kinder werden die Beobachtungen durch mündliche, schriftliche und andere fachspezifische Lernkontrollen ergänzt. Andere fachspezifische Leistungen sind u.a. Projektergebnisse, erstellte Produkte, Präsentationen und Versuchsdurchführungen.

 

Die Beobachtung, Förderung und Bewertung von Leistungen ist eine wesentliche Aufgabe des schulischen Lernens.

 

Unter Leistung  werden alle im Zusammenhang mit dem Unterricht erbrachten mündlichen, schriftlichen und praktischen Beiträge verstanden. In die Leistungsbewertung fließen sowohl produkt- als auch prozessorientierte Faktoren ein. Es werden dabei nicht nur Leistungen bewertet, die als Ergebnis eines Lernprozesses erbracht werden (produktorientierter Leistungsbegriff). Vielmehr werden auch die individuellen Lernfortschritte festgehalten, gewürdigt und berücksichtigt (prozessorientierter Leistungsbegriff).

 

Im Laufe der Schulzeit erhalten die in dem Schulprogramm und den schulinternen Curricula festgeschriebenen Kompetenzerwartungen und verbindlichen Anforderungen ein immer stärkeres Gewicht bei der Bewertung von Leistungen, ohne jedoch den grundsätzlichen Auftrag zur Ermutigung jedes Kindes zu vernachlässigen.

 

Seit dem Schuljahr 07/08 erfolgt auf den Zeugnissen eine Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens zunächst für einige Schuljahre auch mit Hilfe von Noten.

Die Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens vollzieht sich in den Kompetenzbereichen „Leistungsbereitschaft“, „Zuverlässigkeit und Sorgfalt“ und „Sozialverhalten“ nach festgelegten Indikatoren.

 

Leistungsbereitschaft

1

Arbeitet konzentriert, auch über einen längeren Zeitraum

2

Ist motiviert und einsatzbereit

3

Gibt bei Schwierigkeiten nicht frühzeitig auf

4

Zeigt Interesse an neuen Themen und Aufgabenstellungen

 

Zuverlässigkeit und Sorgfalt

1

Erscheint pünktlich zum Unterricht und zu vereinbarten Terminen

2

Erledigt Aufgaben gewissenhaft und zuverlässig

3

Fertigt Hausaufgaben sorgfältig und termingerecht an

4

Führt Hefte und Arbeitsunterlagen gewissenhaft und nach den vereinbarten Vorgaben

5

Geht mit Büchern, Materialien, Geräten usw. verantwortungs-bewusst und sachgerecht um

 

Sozialverhalten

1

Nimmt Aufgaben und Pflichten für die Klasse wahr

2

Hält vereinbarte Regeln ein

3

Übernimmt Verantwortung für eigene Misserfolge

4

Geht sorgfältig mit den Einrichtungen und der Ausstattung der Schule um

5

Ist bereit, sich mit der Kritik an der eigenen Leistung oder dem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen

6

Nimmt Konflikte mit anderen wahr, spricht diese angemessen an und versucht sie mit friedlichen Mitteln zu lösen

7

Respektiert das Verhalten, die Meinung, das Aussehen anderer Menschen und begegnet ihnen mit Respekt und Höflichkeit

8

Benutzt eine Sprache, die andere nicht verletzt

 

Die Bewertung erfolgt mit Hilfe folgender Formulierungen:

gelingt sicher – gelingt meist und ohne Hilfe – gelingt mit wenig Hilfe -  gelingt selten – gelingt nie – meistens – wechselnd – selten

Die Kernlehrpläne der Erich Kästner-Schule bieten eine Orientierung über die zu bewältigenden Lernschritte und angedachten Unterrichtsinhalte in den unterschiedlichen Fächern und Klassenstufen.

 

Die Erich Kästner- Schule als Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen ermöglicht den Schülern das Lernen in ihrem individuellen Lerntempo entsprechend ihrer individuellen Lernvoraussetzungen. Lernziele und Inhalte müssen dieser individuellen Lernausgangslage angepasst werden.

 

Ausgehend von dieser Grundannahme ist es nicht möglich den Erwerb bestimmter Kompetenzen in den unterschiedlichen Fächern an bestimmte Zeiträume zu koppeln. Vielmehr muss sich die Möglichkeit eröffnen Lerninhalte zu einem späteren Zeitpunkt zu vermitteln, zu reduzieren oder ggf. in Teilen auszulassen.

 

Die Kernlehrpläne geben somit die Reihenfolge der aufeinander aufbauenden Lernschritte an, die von den Schülerinnen und Schülern in ihrem individuellen Lerntempo vollzogen werden sollen. Die Zuordnung dieser einzelnen Kompetenzen zu den unterschiedlichen Klassenstufen dient der groben Orientierung.

 

Ausgehend von diesen Überlegungen lassen sich auch keine strikten Vorgaben zur Leistungsbeurteilung in Form von Klassenarbeiten oder Lernstandsüberprüfungen festlegen. Es obliegt dem jeweiligen Fachlehrer die geeignete Form, den geeigneten Zeitpunkt sowie die notwendige Anzahl der Überprüfungen für seine individuelle Lerngruppe auszuwählen.

 

Grundsätzlich werden in der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen keine Notenzeugnisse erteilt. Stattdessen werden für die Schülerinnen und Schüler jeweils zum Halbjahres – und Schuljahresende Lernentwicklungsberichte ausgestellt, die im ersten Teil  in tabellarischer Form Auskunft über das Lern-,  Arbeits- und Sozialverhalten geben.

 

Im zweiten Teil des Lernentwicklungsberichtes wird das fachliche Lernen der Schülerin und des Schülers beurteilt. Es werden die Stärken, aber auch die Schwächen eines Kindes aufgezeigt. Erworbene Kompetenzen werden mit Hilfe von Kompetenzrastern in tabellarischer Form dokumentiert.

Diese Kompetenzraster werden für die einzelnen Fächer  von den Fach- bzw. Jahrgangsstufenkonferenzen festgelegt und Eltern und Schülerinnen und Schülern transparent gemacht. Sie sind auf den Unterricht abgestimmt und gehen aus dem Unterricht hervor. Diese Form der Leistungsbewertung bedingt, dass auch für die Leistungsnachweise in Klassenarbeiten und Tests die herkömmliche Notengebung zugunsten einer Auswertung durch Kompetenzraster verändert und durch andere Instrumente ergänzt wird. Daraus ergibt sich, dass die zu erbringenden Leistungsnachweise von den Schülerinnen und Schülern auch zu  flexiblen Zeitpunkten erbracht werden können. Für Schülerinnen und Schüler, die die Kompetenzen nicht erreichen, werden Lernpläne zur individuellen Förderung erstellt und mit den Eltern und den Schülerinnen und Schülern abgestimmt.

In der Unter-, Mittel- und in der Oberstufe wird die Leistungsbeurteilung der einzelnen Fächer  und Lernbereiche durch folgende Abstufungen bewertet: “gelingt sicher, gelingt überwiegend sicher, gelingt teilweise sicher, gelingt noch nicht sicher und bedarf noch großer Hilfe.“

Bewertungsstufen finden auch bei Klassenarbeiten, Tests sowie anderen Überprüfungen Anwendung. Nur im Hauptschulzweig findet die Bewertung der Arbeiten mit Noten statt. Auf dem Zeugnis werden die Leistungen der einzelnen Unterrichtsfächer und Lernbereiche benotet.

 

Abschlüsse

Die Schülerinnen und Schüler können an der Erich Kästner-Schule folgende Abschlüsse erlangen:

In einem besonderen Bildungsgang führt die Klasse 10 zu einem dem Hauptschulabschluss (nach Klasse 9) gleichwertigen Ab­schluss. Er wird vergeben, wenn die Leistungen

a. in allen Fächern mindestens ausreichend sind oder

b. in nicht mehr als einem der Fächer Deutsch oder Mathematik mangelhaft sind oder

c. in einem der Fächer Deutsch oder Mathematik mangelhaft und in einem der übrigen Fächer nicht ausreichend sind oder

d. in nicht mehr als zwei der übrigen Fächer nicht ausreichend, dar­unter in einem Fach mangelhaft sind.

Diesen Abschluss kann nur erwerben, wer in den Klas­sen 9 und 10 am Unterricht im Fach Englisch teilgenommen hat.

Hat die Schülerin oder der Schüler den Abschluss nicht erreicht, ist eine Nachprüfung möglich, wenn durch die Verbes­serung der Note von „mangelhaft“ auf „ausreichend“ in einem einzi­gen Fach die Voraussetzungen für den Erwerb dieses Abschlusses erfüllt würden. (AO-SF § 30;3-6)

 

Zeugnisse

In den Klassen 1 und 2 erhalten die Schülerinnen und Schüler jeweils zum Ende des Schuljahres ein Zeugnis.

In den Klassen 3 bis 10 erhalten sie zum Halbjahr und zum Ende des Schuljahres ein Zeugnis.

Alle Zeugnisse beschreiben u. a. die Lernentwicklung, den Leistungsstand in den Fächern, das Arbeits- und Sozialverhalten und enthalten Hinweise für die Erziehungsberechtigten und Angaben zum außerunterrichtlichen Engagement in der Schule.  

 

Unterstufe

Hier erfolgen die Angaben zu folgenden Unterrichtsfächern:

 

Mittel- und Oberstufe

Hier erfolgen die Angaben zu folgenden Unterrichtsfächern: